Bewegende Ausstellung in der Volksbank Velen eröffnet

„Wir schaffen das!“ Ein Ausspruch, den viele Menschen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verbinden. „Wir schaffen das!“ Ein Ausspruch, mit dem die Bundeskanzlerin im August 2015 eine optimistische Hoffnung in der gesellschaftlichen Frage nach Migration und Integration vermitteln wollte. „Wir schaffen das!“ Ein Ausspruch, der der Bundeskanzlerin von vielen Seiten um die Ohren gehauen wurde und der mittlerweile zu nichts mehr als einer Floskel geworden ist.

Seit dem Sommer 2015 ist die Frage nach der Integration von hunderttausenden Geflüchteten allgegenwärtig. Dieses Thema und die unterschiedlichen Konsequenzen waren zeitweise täglich Gegenstand der Nachrichten und somit Gegenstand von Gesprächen auf der Arbeit oder beim Stammtisch.

Die in Deutschland stattfindende Diskussion drehte sich um die Fragen, was zu schaffen sei, was nicht zu schaffen sei, „was einfach mal gar nicht gehen würde“ oder, ob es nicht besser sei, „wenn die alle wieder gehen würden“.

Vielerorts, auch in Velen und Ramsdorf, machten es sich Ehrenamtliche zu ihrer Aufgabe, das an Integration zu ermöglichen, was in ihrer Macht stand: Sprachkurse, persönliche Begleitung und Unterstützung der Geflüchteten im Alltag und viele, viele Stunden des persönlichen Einsatzes haben dazu beigetragen, dass „Willkommenskultur“ nicht nur gesagt wurde, sondern auch getan!

Den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Flüchtlingsinitiativen ist durch ihre persönliche Erfahrung eines deutlich geworden: Die große Mehrheit der Geflüchteten ist nicht wegen ihres Traumes „vom gelobten Abendland“ nach Deutschland gekommen. Ausweglosigkeit und Verzweiflung führten dazu, dass sie ihre Heimat verließen und sich auf eine irrsinnige Reise machten. Geflohene Menschen wurden nachhaltig von Krieg, Armut, Vertreibung oder Verfolgung gezeichnet. Niemand kam nach Deutschland, um anderen den Arbeitsplatz wegzunehmen oder sonstiges.

Die gebürtige Velenerin Geburgis Sommer (Foto oben, mitte) startete mit diesem Hintergrund eine besondere Initiative. Mithilfe der Ehrenamtlichen des Asylkreises Haltern am See schuf sie eine Portraitausstellung, durch die Geflüchtete persönliche Geschichten ihrer Flucht der Welt zur Verfügung stellen konnten. Auch hier wurde mit viel Engagement etwas Großes geschafft. Die Initiatorin wollte ein Zeichen pro Menschlichkeit innerhalb der Diskussion über Integration setzen.

In der Woche vom 04. – 08.02.2019 war diese Ausstellung in der VR-Bank in Velen zu sehen. Und am Montagabend war Gerburgis Sommer selber vor Ort, um die Ausstellung zu eröffnen und vorzustellen.

Knapp über 20 Plakate konnten in der VR-Bank begutachtet werden: Ein Portrait sowie die kurze Geschichte einer aufwendigen Flucht waren auf den Plakaten zu sehen. Der gebürtige Iraker Suleiman hatte Frau Sommer begleitet, um den Gästen seine Geschichte zu erzählen. Aus erster Hand erfuhren die gut 40 Gäste von den Erfahrungen einer Flucht und dem Ankommen in Deutschland. Die Gäste waren zusehends berührt von Suleimans Ausführungen über die Angst vor dem sogenannten Islamischen Staat, die dreimonatige Flucht durch ganz Europa und die Ungewissheit, was mit seiner Familie sei.

Die Ausstellung berichtet nicht nur von Fluchtgeschichten der letzten vier Jahre. Sie beinhaltet ebenfalls Geschichten von Menschen, die innerhalb Deutschlands oder in der Konsequenz des 2. Weltkriegs vom heutigen Polen nach Deutschland fliehen mussten. Aufmerksamen Gästen der Ausstellung wird nicht entgangen sein, dass sich alle Geschichten, ob früher oder heute, sehr ähneln. Flucht und Migration ist nicht ein Thema seit 2015, sondern so eng mit der Menschheit verwoben wie ihre Geschichte.

Viele der gut 40 Gäste am Montagabend waren sich einig: Die persönlichen Fluchtgeschichten berühren immens und gehen in der öffentlichen Diskussion unter. Gerburgis Sommer, deren Ausstellung mittlerweile deutschlandweit gezeigt wird, hat somit einen kleinen Beitrag dazu geschaffen, dass die Frage nach Migration ein Stück weit menschlicher betrachtet wird.
Und so gerät der Ausspruch „Wir schaffen das!“ vielmehr in den Hintergrund und in den Vordergrund die Frage „Wie haben die das bloß geschafft?!“
Ein großer Dank gilt Kerstin Kock, der Integrationsbeauftragten der Stadt Velen, sowie Elisabeth Olbing, der Vorsitzenden der Velener Flüchtlingsinitiative, die sich dafür eingesetzt haben, dass die Ausstellung in Velen gezeigt werden kann und der Band „Pommes Connection“ aus Gescher, die die Eröffnungsveranstaltung musikalisch begleitete.

(Text: Stefan Scholtyssek, Fotos: Gerburgis Sommer/ Elisabeth Olbing) 

 

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